Christian Sidjani wurde 1976 geboren und wuchs in den Hamburger Stadtteilen Bramfeld und Barmbek auf. Er studierte Soziologie an der Universität Hamburg. Unter anderem arbeitete er im Kino Mundsburg, in zwei Videotheken, in der Buchhandlung, Marktforschung und zuletzt und immer noch für ein großes, deutsches Nachrichtenmagazin.
Bei seinem Schreiben beschäftigt er sich am liebsten mit Dystopien, Noir und Mystery, wobei er sich in erster Linie auf die Figuren und ihre Umgebung konzentriert, nicht unbedingt auf den Plot. Damit erforscht er in jedem seiner Projekte die Frage, wann das Unmögliche alltäglich wird und welche Auswirkungen es auf uns hat. Ihn interessieren die Momente in einem Menschenleben, die alles verändern oder auch nicht. Die Entscheidung liegt bei uns.
1987 hat er mit dem Schreiben von Geschichten begonnen, aber es brauchte viele Jahre und viel Übung, bis er sich 1998 an seinem ersten Romanprojekt versuchte. Auch wenn damit eine sehr produktive Schreibphase einsetzte, die bis 2004 anhielt, waren nahezu alle Texte ausschließlich für die Schublade bestimmt. Ein Vertrag mit einem DKZV kam (zum Glück) nicht zustande, und 2004 gelang ihm seine erste und bisher einzige Veröffentlichung eines Gedichts.
Nach einer kurzen Auszeit konzentrierte sich Christian Sidjani für eine Weile ausschließlich auf das Verfassen von Kurzgeschichten, was 2007 zu seinen ersten Veröffentlichungen führte (im heute eingestellten "Kurzgeschichten"-Magazin) und in einer vierteiligen Lesereihe am Hamburger Hafen gipfelte (im heute geschlossenen "Riverside Five"). Danach konzentrierte er sich eine Weile auf seinen Universitätsabschluss, der 2009 folgte.
Ein Fieber brachte ihn im Sommer 2010 schließlich zur Vernunft. Fortan wollte er sich ausschließlich um sein Schreiben kümmern und sich diese Lebensaufgabe mit Brotjobs finanzieren. 2013 veröffentlichte er als unabhängiger Autor eine Reihe von Kurz-Romanen und Erzählungen. Zwischen Mai und Dezember 2014 erschien eine fünfteilige Reihe unter dem Namen Nikolas Preil. Aus der Not geboren entpuppte sich das Pseudonym als erfolgreicher als sein Wirt. Künstlerisch aber geriet Christian Sidjani damit in eine Sackgasse.
Um der Genre-Schublade zu entfliehen, in die er sich selbst gesteckt hatte, zog er sich aus dem Self-Publishing zurück. Es folgten ein paar halbherzige Neustarts in den folgenden Jahren, bis er schließlich sämtliche von ihm veröffentlichten Bücher offline nahm. Beinahe hätte er auch aufgehört zu schreiben, aber wie wir bereits wissen, war ihm das nicht möglich. Ende 2017 setzte eine weitere, äußerst produktive Schreibphase ein, die bis heute anhält. Seit 2025 arbeitet er an seinem bisher längsten, schwierigsten und besten Projekt seines Lebens. Es wird ihn noch eine Weile beschäftigen.
Jetzt führt Christian Sidjani ein eher minimalistisches und dadurch sehr glückliches Leben mit seiner Frau in Hamburg Fuhlsbüttel. Weil ihm die Zeit kostbar ist, verfügt er über keine Social-Media-Accounts mehr.